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Sicherheitsdienstleistungsunternehmen entscheiden auf der Grundlage verschiedener Faktoren, sich an Ausschreibungen bez. einer bestimmten Schutzleistung zu beteiligen oder die jeweilige Leistung grundsätzlich zukünftig neu bzw. nicht mehr anzubieten. In einem engen Abstimmungsprozess mit Vertretern von Sicherheitsdienstleistungsunternehmen unterschiedlichster Unternehmensgröße wurden die wesentlichen betriebswirtschaftlichen Faktoren für diesen Entscheidungsprozess ermittelt. Sie wurden als Einzel-Prüfkriterien definiert und finden im Folgenden Anwendung bei der Analyse der Schutzleistungen. 

Weiterführende Bemerkungen sind dem Beitrag zur betriebswirtschaftlichen Perspektive zu entnehmen.

Für Mitarbeiter, die Tätigkeiten nach § 5 LuftSiG ausüben existieren in allen Bundesländern (außer in Bayern) entsprechende Lohn-/Entgeltgruppen. Gemäß den tarifvertraglichen Regelungen (Stand: Januar 2020) sind hier Stundengrundlöhne/-entgelte zwischen 17,57 Euro-18,39 Euro vereinbart. Zum 01.01.2021 sind Erhöhungen dieser Stundengrundlöhne/-entgelte auf bundeseinheitlich 19,01 Euro vereinbart (vgl. BDLS, 2019). 

Die Zahlung der Zuschläge (Stand 2018: Nachtzuschlag (15 %), Sonntagszuschlag (40 %), Feiertagszuschlag (100 %)) ist bei dieser Schutzleistung ebenfalls zu berücksichtigen (vgl. BDLS, 2019).

Darüber hinaus sind regelmäßige Fortbildungen der Luftsicherheitsassistenten vorgesehen (mindestens 40 Stunden im Jahr; siehe auch: auftragsabhängiger Qualifizierungsaufwand) (vgl. Europäische Kommission, 2015). Lohnfortzahlungen im Falle dieser Schulungen müssen daher auch berücksichtigt werden (vgl. BDLS, 2019).

Lediglich in Bayern werden die Aufgaben nach § 5 LuftSiG von Mitarbeitern landeseigener Unternehmen wahrgenommen. Für sie gelten die Bedingungen des dortigen TVöD.

In Abhängigkeit von dem vom Auftraggeber geforderten Kontrollstundenkontingent und der Verteilung dieses Kontingentes auf den Jahresverlauf ist die Anzahl der jeweils erforderlichen Mitarbeiter zu planen. Allerdings kann der Auftraggeber auch kurzfristig (monatlich; am Vortag – Stufe 2/3) eine Erhöhung der Stunden anfordern, was den Auftragnehmer zu kurzfristigen Personalplanungen zwingt (siehe auch: auftragsabhängiger Verwaltungsaufwand) (vgl. Lohmann, 2012, S. 434 f.).

 

Quellen:
Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen e.V. (2019). Tarifverträge (bundesweit). Abgerufen am 24. April 2019 von https://www.bdls.aero/tarife/tarifvertraege-bundesweit

Europäische Kommission. (2015). Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998 der Kommission vom 5. November 2015 zur Festlegung detaillierter Maßnahmen für die Durchführung der gemeinsamen Grundstandards für die Luftsicherheit. Abgerufen am 2. August 2018 von https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32015R1998&from=DE

Lohmann, W. (2012). Luftsicherheit. In R. Stober, H. Olschok, S. Gundel, & M. Buhl (Hrsg.), Managementhandbuch Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit (S. 430-438 ). Stuttgart: Richard Boorberg Verlag.

Luftsicherheitsgesetz vom 11. Januar 2005 (BGBl. I S. 78), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 23. Februar 2017 (BGBl. I S. 298) geändert worden ist. (2017).

Die Kontrolltechnik, die zur Erfüllung der Aufgaben an den Luftsicherheitskontrollstellen erforderlich ist, wird in der Regel vom Auftraggeber gestellt. Dabei handelt es sich u. a. um: Sicherheitsscanner/Torsonden, Röntgenkontrollgeräte, Handsonden, Sprengstoffspürgeräte (vgl. BDLS, 2018). 

Das Personal muss in den Gebrauch der vorhandenen FEM eingewiesen werden. Weitere Kosten entstehen durch das Vorhalten der entsprechenden Musterschulungsgeräte (siehe auch: auftragsabhängiger Qualifizierungsaufwand) (vgl. Lohmann, 2012, S. 432) sowie die Bereitstellung von Schulungsräumlichkeiten.

 

Quellen: 

Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen e.V. (2018). § 5 LuftSiG – Passagier- und Gepäckkontrolle. Abgerufen am 2. August 2018 von https://www.bdls.aero/luftsicherheit/taetigkeitsfelder/passagier-und-gepaeckkontrolle

Lohmann, W. (2012). Luftsicherheit. In R. Stober, H. Olschok, S. Gundel, & M. Buhl (Hrsg.), Managementhandbuch Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit (S. 430-438 ). Stuttgart: Richard Boorberg Verlag.

Laut DIHK-Arbeitsmarktreport 2018 zählt die Sicherheitswirtschaft zu den Branchen, die große Probleme bei der Stellenbesetzung haben (78 % aller Unternehmen) (vgl. DIHK, 2018, S. 9).

Für Mitarbeiter, die als Luftsicherheitsassistenten Passagier- und Gepäckkontrollen an Flughäfen durchführen sollen, ist eine entsprechende Fachqualifikation erforderlich (siehe auch: auftragsabhängiger Qualifizierungsaufwand) (vgl. Luftfahrt Bundesamt, 2018). Diese umfasst 266 Unterrichtseinheiten. Sie schließt mit einer Prüfung durch die Bundespolizei/Landesbehörden ab.[1] Zusätzlich sind die Regelungen des Nationalen Luftsicherheitsprogramms zu den Einstellungsvoraussetzungen zu beachten (vgl. BMI, 2010). Dies erlaubt keine kurzfristige Personalakquise.

Für Personen, die als Luftsicherheitsassistenten eingesetzt werden sollen, „soll [nach § 3 Abs. 1 LuftSiZÜV] einen Monat vor der geplanten Tätigkeit oder der Aufnahme einer Ausbildung“ die Durchführung einer Zuverlässigkeitsprüfung bei den zuständigen Luftsicherheitsbehörden beantragt werden. Dazu werden Erkenntnisse von den Polizeivollzugs- und den Verfassungsschutzbehörden der Länder sowie bei ausländischen Antragstellern vom Bundesverwaltungsamt als Registerbehörde nach dem Ausländerzentralregistergesetz bzw. ggf. bei den zuständigen Ausländerbehörden angefordert (§ 4 Abs. 2 LuftSiZÜV). „Die Luftsicherheitsbehörde soll über den Antrag auf Überprüfung der Zuverlässigkeit innerhalb eines Monats entscheiden“ (§ 4 Abs. 1 LuftSiZÜV). Es kommt aber auch zu deutlich längeren Überprüfungszeiten an den einzelnen Flughafenstandorten. Auch dies muss bei der Personalakquise berücksichtigt werden. Die Überprüfung gilt für einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Kosten für die Anmeldung eines neuen Luftsicherheitsassistenten bei den zuständigen Behörden sowie für die Ausstellung von Ausweisen können nicht bewertet werden, da es hier keine bundeseinheitlichen Gebührensätze gibt.

Es sind regelmäßige, teilweise tägliche Abstimmungen mit dem Auftraggeber erforderlich. Da die Bundespolizei auch kurzfristig (monatlich; am Vortag – Stufe 2/3) eine Erhöhung der Kontrollstunden anfordern kann, ist der Auftragnehmer ggf. zu kurzfristigen Personalplanungen gezwungen. Dies kann z. B. dazu führen, dass Teilzeitbeschäftigte länger eingesetzt werden müssen als geplant und sich so ungeplante Personalkosten aufgrund der geleisteten Mehrarbeit ergeben (siehe auch: Kosten für Lohn und/oder Gehalt). Der diesbezügliche Verwaltungsaufwand ist also sehr hoch (vgl. Lohmann, 2012, S. 434 f.). Da eine kurzfristige zusätzliche Personalakquise zudem nicht immer möglich ist (s. oben), kann es zu Schwierigkeiten bei der Erfüllung dieser Kontrollstundenanforderungen der Bundespolizei kommen.

 

[1] Anm.: Die Qualifikationsdauer schließt in der Regel die Akquise von Mitarbeitern aus, die anderweitig in festen Arbeitsverhältnissen stehen. Eine berufsbegleitende Qualifikation ist nicht möglich.

Quellen:

Bundesministerium des Innern, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. (Juli 2010). Nationales Luftsicherheitsprogramm (NLSP).

Deutscher Industrie- und Handelskammertag. (März 2018). Fachkräfte gesucht wie nie! DIHK-Arbeitsmarktreport 2018. Berlin: o. V.

Lohmann, W. (2012). Luftsicherheit. In R. Stober, H. Olschok, S. Gundel, & M. Buhl (Hrsg.), Managementhandbuch Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit (S. 430-438). Stuttgart: Richard Boorberg Verlag.

Luftfahrt Bundesamt. (2018). Luftsicherheit. Schulung von Personal. Zusammenfassung der Module – Version 3.1, 29.03.2018. Abgerufen am 2. August 2018 von https://www.lba.de/SharedDocs/Downloads/DE/Formulare/S/Schulung/Modulsystem_Tabelle_Version_3_1.html?nn=699884

Luftsicherheitsgesetz vom 11. Januar 2005 (BGBl. I S. 78), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 23. Februar 2017 (BGBl. I S. 298) geändert worden ist. (2017).

Luftsicherheits-Zuverlässigkeitsüberprüfungsverordnung vom 23. Mai 2007 (BGBl. I S. 947), die zuletzt durch Artikel 3 der Verordnung vom 2. April 2008 (BGBl. I S. 647) geändert worden ist. (2008).

Für die Tätigkeiten nach § 5 LuftSiG ist eine spezielle Fachqualifikation vorgeschrieben, ohne deren erfolgreiche Absolvierung ein Mitarbeiter nicht eingesetzt werden darf (vgl. Luftfahrt Bundesamt, 2018). Diese umfasst 266 Unterrichtseinheiten. Sie schließt mit einer Prüfung durch die Bundespolizei/Landesbehörden ab. In jedem Fall sind Kosten für regelmäßige Fortbildungen der Luftsicherheitsassistenten (mindestens 40 Stunden im Jahr) einzukalkulieren (siehe auch: Kosten für Lohn und/oder Gehalt) (vgl. BDLS, 2019; vgl. Europäische Kommission, 2015). Weitere Kosten können in diesem Zusammenhang durch das Vorhalten der entsprechenden Musterschulungsgeräte (vgl. Lohmann, 2012, S. 432), die Bereitstellung von Schulungsräumlichkeiten (siehe auch: Ausstattung, Führungs- und Einsatzmittel) sowie Kosten für das Ausbildungspersonal entstehen.[1]

 

[1] Anm.: Weitere Maßnahmen (Schulungen, Weiterbildungen) sind unternehmensabhängig. Besondere Handlungsanweisungen ergeben sich außerdem aus der jeweiligen Dienstanweisung.

Quellen:

Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen e.V. (2019). Tarifverträge (bundesweit). Abgerufen am 24. April 2019 von https://www.bdls.aero/tarife/tarifvertraege-bundesweit

Europäische Kommission. (2015). Durchführungsverordnung (EU) 2015/1998 der Kommission vom 5. November 2015 zur Festlegung detaillierter Maßnahmen für die Durchführung der gemeinsamen Grundstandards für die Luftsicherheit. Abgerufen am 2. August 2018 von https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32015R1998&from=DE

Lohmann, W. (2012). Luftsicherheit. In R. Stober, H. Olschok, S. Gundel, & M. Buhl (Hrsg.), Managementhandbuch Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit (S. 430-438). Stuttgart: Richard Boorberg Verlag.

Luftfahrt Bundesamt. (2018). Luftsicherheit. Schulung von Personal. Zusammenfassung der Module – Version 3.1, 29.03.2018. Abgerufen am 2. August 2018 von https://www.lba.de/SharedDocs/Downloads/DE/Formulare/S/Schulung/Modulsystem_Tabelle_Version_3_1.html?nn=699884

Luftsicherheitsgesetz vom 11. Januar 2005 (BGBl. I S. 78), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 23. Februar 2017 (BGBl. I S. 298) geändert worden ist. (2017).

Es handelt sich um eine Schutzleistung, die überwiegend von privaten Sicherheitsdienstleistern erbracht wird. Sie haben besondere Anforderungen hinsichtlich der eingesetzten Mitarbeiter zu erfüllen, die sich insbesondere aus den entsprechenden spezialgesetzlichen Grundlagen ergeben, die in diesem Bereich existieren (siehe auch: auftragsabhängiger Verwaltungsaufwand) (vgl. LuftSiG, 2017, § 5). Insbesondere müssen die Unternehmen sicherstellen, dass die erforderliche Mitarbeiterzahl gestellt werden kann. Diese kann, je nach Größe des Flughafens und in Abhängigkeit von den Reisezeiten, stark variieren. Der Verwaltungsaufwand, insbesondere im Zusammenhang mit der Personalplanung, ist sehr hoch (siehe auch: auftragsabhängiger Verwaltungsaufwand). Die Anzahl der Einsatzgebiete und der Aufträge ist durch die Anzahl der zu betreuenden Flughäfen begrenzt, auch wenn an einzelnen Flughäfen mehrere Auftragnehmer für Tätigkeiten nach § 5 LuftSiG beauftragt sind. Diese Situation könnte sich dann ändern, wenn in Zukunft an weiteren Flughäfen (Bayern) private Sicherheitsdienstleister zur Passagier- und Gepäckkontrolle eingesetzt werden. Bezüglich besonderer Ausstattungsgegenstände und FEM ist besonders zu berücksichtigen, dass evtl. Musterschulungsgeräte vorgehalten werden müssen (siehe auch: Ausstattung, Führungs- und Einsatzmittel) (vgl. Lohmann, 2012, S. 432). Da außerdem Ausschreibungsbedingungen derzeit vorsehen, dass das entsprechende Unternehmen bereits Erfahrungen in diesem Aufgabengebiet oder im Bereich des Schutzes kritischer Infrastrukturen bzw. Erfahrungen mit dem Zugangsschutz von Großveranstaltungen nachweisen muss, schränkt dies den Kreis der Unternehmen weiter ein, die diese Schutzleistung anbieten können. 

 

Quellen:

Lohmann, W. (2012). Luftsicherheit. In R. Stober, H. Olschok, S. Gundel, & M. Buhl (Hrsg.), Managementhandbuch Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit (S. 430-438 ). Stuttgart: Richard Boorberg Verlag.

Luftsicherheitsgesetz vom 11. Januar 2005 (BGBl. I S. 78), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 23. Februar 2017 (BGBl. I S. 298) geändert worden ist. (2017).